Stil- und andere Blüten
Dienstag, 18. Dezember 2007
... in den Köpfen hochdotierter "SprachSchlampen" in Medien und Politik. Kurz gesagt: Die Verblödung schreitet voran. Quod erat demonstrandum:
"Sie verkaufen ihr Raps ... ." - ARD-Morgenmagazin.
"Ich habe sie auf dem Weg in die Stadt gesehen mit der Toten." - Sat1
"Da ist China, das sich seit Jahren mächtig auf den schwarzen Kontinent drängt." - MDR InfoRadio
"Dortmund schlachtete Bielefeld ab." - stern online
"Er wollte Köpfe mit Nägel machen." - SAT1
"..., daß die beiden Schützen ein und dieselbe Person gewesen sind." - SAT1
"Wir kannten uns von Kind auf an." - Prominenter deutscher Schriftsteller im Interview
"Sie suchen ihren Heil in den Fehlern der Vergangenheit." - Hochrangiger CDU-Bundespolitiker
"Eltern mit Kinder brauchen mehr Unterstützung." - CDU-Funktionär beim Bundesparteitag
"Augenzeugen berichteten von einer blauen Flamme, die sich um das Steissbein züngelte." - Drehbuchautor
"Und schon ihr bloßer Anblick hat Ihre Frau zu Tode erschrocken." - SAT1
"... ob Sie es konsistent ernst meinen." - Führende GRÜNE im Bundestag
"... hier im föderalen System die richtigen, verantwortlichen Antworten zu finden." - Bundesregierung Chefetage
"Das ist traditionell die Generaldebatte, wo die Kanzlerin sprechen wird ... ." - Moderator Phoenix
"Sämtliche Studien waren sich einig." - ARD
"koalitionieren" - Herausgeber einer führenden Wochenzeitung
" ...und die Kneipe liegt sich in den Armen." - ZDF-Sportreporter
"100.000 anziehende Blicke ... ." - TV-Werbung
"... stehen die Krankenhäuser heute vor einem zunehmenden Problem." - Norddeutscher Rundfunk N3
"Sie können noch so oft das Totenglöcklein der großen Koalition einläuten." - SPD-Vize im Bundestag
"Das ist ja eben durch Herr Br... auch gesagt worden ... ." - Staatssekretär im Bundestag
"... hat die Ausländerpolitik auf ihre Farben geschrieben." - WDR Hörfunk
"... noch mehr Konflikte, statt Kompromisse." - Kommentator ARD
"Stromkonzerne sollen in kleineren Unternehmen aufgeteilt werden." - ARD-Nachrichten
"Die Bedenken war groß." - ZDF-Nachrichten
"..., daß auf den Präsendent von vorn geschossen wurde
- und einen, den er verfolgte, war Marcello ... ." - ZDF
Samstag, 24. November 2007
Demnächst mehr Beispiele, anhand derer gezeigt wird, wie sich die angeblich klugen Köpfe unserer Republik heutzutage "durchschlawinern" (Parteivorstand Bündnis90/Grüne), wenn es um die Landessprache der Bundesrepublik Deutschland - für die sie stehen (wollen) - geht.
Also sprach schon Edmund Stoiber: "Wir müssen unseren Kindern besser Deutsch lernen."
Nur "unseren Kindern ..."?
Dürften im Medienbereich ausschließlich Leute arbeiten, die der deutschen Sprache in jenem Maße mächtig sind, in dem ein Handwerker sein Handwerkszeug beherrschen sollte - in Studios und Redaktionen würde gähnende Leere herrschen.
Hier geht es nicht um Versprecher oder "Konzentrationsfehler", entsprechend unseren Rechtfertigungsversuchen nach Diktaten oder Referaten in der Schule/an der Uni; hier geht es um Inkompetenz und schlampig erledigte Arbeit.
Hier geht es aber auch nicht um Bloßstellung - also werden keine personenbezogenen Namen genannt.
Es geht allein um die bittere Feststellung, daß uns, den Nutzern, Lesern, Hörern, Zuschauern unverhohlen und pausenlos sprachliche Schlamperei in einem Ausmaß zugemutet wird, das längst nicht mehr erträglich, schon gar nicht entschuldbar ist - und das ausgerechnet von Leuten, die nicht schlecht dafür bezahlt werden, ihr Handwerk ordentlich zu machen:
Grüne treffen in Sozialpolitik Vorentscheid zugunsten des Vorstands (Rhein-Zeitung)
Sämtliche Studien waren sich einig (ARD-Nachrichten)
Koalitionieren (Zeit-Herausgeber bei PHOENIX)
Und die Kneipe liegt sich in den Armen (ZDF-Sportreporter)
Können Sie die Fehler erkennen? Nein? Dann hat die "Krankheit" Sie wohl schon erreicht.
Und bei der DUDEN-Redaktion "Heilung" finden zu wollen, erscheint mir gewagt, zumal ich einst eine e-mail erhielt, aus der hervorging, daß die selbsternannten "Wächter über die Sprache" nicht einmal "das gleiche" und "das selbe" auseinanderhalten können.
Nächtens heißt es oft vor Ausstrahlungsbeginn: "Diese Sendung ist für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet." Inzwischen liest/hört man häufiger "... unter 16 Jahren...". Merkt aber eh kaum jemand.
Ist auch kaum relevant, zumal sowohl zu den Programmen der Kommerziellen wie der Öffentlich-Rechtlichen insgesamt der Hinweis angebracht wäre: "Unsere Sendungen sind - bis auf wenige Ausnahmen - ausschließlich für ZuschauerInnen geeignet, die in der Lage sind wahrzunehmen, daß eine wachsende Anzahl Medienschaffender aller Branchen mental berufsunfähig ist und somit - zumeist unbewußt und daher ohne Vorsatz, jedoch nicht ohne persönliche Verantwortung - zur Volksverdummung in erheblichem Maße beiträgt." Denn Dummheit ist ansteckend.
Unüberseh- bzw. -hörbares Symptom: Die mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift - also Dauerberieselung des Publikums nicht nur mit dümmlichen Inhalten, sondern auch mit falschem Deutsch auf mannigfache Weise.
Der DeDe ist besorgt über den Mangel an Sprachkultur in deutschen Medien und, in der Folge, in allen Gesellschaftsbereichen - den DoDen kümmert's nicht. Die "Wächter" - DUDEN, Kultusministerien und andere Verantwortliche - nehmen ihre Aufgaben nur noch unzureichend wahr oder sind gar selbst zu Ahnungslosen geworden.
Der DeDe ist entsetzt, wenn er merkt, daß ihn die Dauerberieselung mit falscher Grammatik, selbst bei simpler Ausdrucksweise, gelegentlich verunsichert, wenn/wo es um treffende Formulierungen geht. Er wendet sich Werken jener Literaten zu, die ihr sprachliches Talent zur Kunst verfeinerten. Und er findet sein Gleichgewicht wieder und Sicherheit.
So gelingt es ihm, gelassen zu bleiben, wenn Ohren und Augen Sätze und Texte wie diese entgegennehmen müssen:
100.000 anziehende Blicke ... TV-Werbung - einfach nur dumm
... stehen die Krankenhäuser heute vor einem zunehmenden Problem N3 Moderatorin "Visite" - Gleichstellung von Mensch und Objekt (heutzutage üblich). "... einem zunehmenden Problem..." - Wie dick soll es werden?
Sie können noch so oft das Totenglöcklein der großen Koalition einläuten SPD-Vorstandsvize im Bundestag - Zitat verfehlt.
Das ist ja eben durch Herr Br... auch gesagt worden ... Staatssekretär im Bundestag - Zuerst kam der Genitiv zu Fall; er wurde/wird durch den Dativ ersetzt; neuerdings hat es auch den Akkusativ erwischt, weil schlichte Gemüter offenbar nur noch den Nominativ kennen.
... hat die Ausländerpolitik auf ihre Farben geschrieben WDR Hörfunk Moderator - sprichwörtlich?
... noch mehr Konflikte, statt Kompromisse ARD Kommentator - von Fall zu Fall
... die SPD verliert einen ihrer stärksten Persönlichkeiten TV-Nachrichtensender Korrespondent - Meint einen männlichen Politiker. Beziehungen innerhalb eines Satzgefüges nicht mehr korrekt herstellen zu können, ist Ausdruck der Verdummung, die ausgerechnet bei Medienschaffenden in besorgniserregendem Ma8e um sich greift.
(Stromkonzerne sollen) ... in kleineren Unternehmen aufgeteilt werden ARD Nachrichten - Welch ein schmerzlicher faux pas!
Manchmal habe ich das unbezähmbare Bedürfnis, es laut und deutlich auszusprechen; Die DeDen (denkenden Deutschen) haben es nicht leicht mit den DoDen (doofen Deutschen).